SEEBAD
ZWENKAUER
KAP
Erschließungsplanung, B-Plangebiet Nr. 27, -Seebad Zwenkau-, KAP Zwenkau
Im Süden von Leipzig endete im Jahr 1992 der Braunkohletagebau. Nach jahrzehntelangen Abbau in Tagebauweise, open coal mining, mit starken Eingriffen in Natur und Landschaft startete der Bund mit der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH, LMBV, die Sanierung und Rekultivierung dieser Flächen im Großmaßstab. Zu diesem Zeitpunkt war die „Neuseenlandschaft“ mit den vier größten vorhandenen „Leipziger Seen“, Cospudener, Zwenkauer, Markkleeberger und Störmthaler See, eine Vision.
DENK ARCHITEKTEN INGENIEURE haben sich frühzeitig an dem Wettbewerb um die besten und realistisch zu verwirklichen Ideen beteiligt. Aus dieser Phase sind mehrere Projekte aus unserer Feder entstanden. Das größte Projekt wurde am größten See im Leipziger Süden, dem Zwenkauer See, umgesetzt.
Im Plangebiet des Bebauungsplanes Nr. 27 der Stadt Zwenkau „Seebad Zwenkau“ befanden sich die Tagesanlagen des Tagebau Zwenkau, welche in den Jahren 2002-2005 im Rahmen der Grundsanierung durch die LMBV rückgebaut wurden. Desweiteren wurden im gesamten Plangebiet standsichere Böschungen angelegt und in Teilbereichen untertägige Strecken (ehemalige Grubenentwässerung) verwahrt.
Somit bilden die Schutzgüter des Naturhaushaltes im Plangebiet einen Ökosystemausschnitt einer Bergbaufolgelandschaft im Anfangsstadium. Diesem Umstand der Vorbelastung wurde bei der Bewertung, Abwägung und Festsetzung der Ausgleichsmaßnahmen Rechnung getragen. So wurden vor dem Eingriff des Zwenkauer Eichholzes qualifizierte, Standort nahe Habitate für die sich bereits im Plangebiet vorgefundenen Arten als Ausgleich geschaffen.
Ziel des Bebauungsplanes ist es, die Kulturlandschaft nach der bergbaulichen Inanspruchnahme für Menschen, Tiere und Pflanzen neu und ausgewogen zu gestalten. Der B-Plan konkretisiert damit die im Flächennutzungsplan vom 09.April 2005 genehmigten Grundzüge der Stadtentwicklung der Stadt Zwenkau mit seinen ca. 9.000 Einwohnern.
Aufgrund dessen war die Planungszustimmung im Rahmen der durchgeführten Beteiligungen der Öffentlichkeit und der Behörden grundsätzlich hoch. Die Hinweise und Auflagen konnten konfliktfrei berücksichtigt oder z.B. im Falle von Einzelinteressen von Anliegern einvernehmlich geklärt und abgewogen werden.
Mit dem B-Plan Nr. 27 liegt seit Genehmigung die planungsrechtliche Grundlage und damit der Impuls zur Neugestaltung der Bergbaufolgelandschaft im nördlichen Stadtgebiet Zwenkaus vor. In den letzten Jahren wurde dieser B-Plan fortgeschrieben und den geänderten Erfordernissen und Bedürfnissen angepasst, weitere B-Pläne folgten. Nach 20 Jahren seit Projektbeginn kann auf ein entwickeltes, erschlossenes und fast vollständig fertiggestelltes Gebiet mit Gewerbeansiedlungen, Wohnhäusern, Grün- und Freiflächen, öffentlichen Plätzen, Hafenanlagen u. a. zurückgeblickt werden.
Die Schutzheilige, „unsere“ SANTA BARBARA, die Schutzheilige der Bergleute, Architekten, Ingenieure und Handwerker war allen Beteiligten wohl gesonnen, so dass das Großprojekt „KAP Zwenkau“ unter Mitwirkung und vollem Einsatz der Bürger von Zwenkau und Umgebung, von Politik und Gesellschaft gelingen konnte.


